Ist dein Unternehmen liebenswert? Warum Tiervideos auf Social Media besser performen als Quartalszahlen

Vor einiger Zeit habe ich mir die Facebook-Seite einer Firma angesehen. Der Hauptkritikpunkt meiner Analyse:

„Ihr bietet euren Followern einfach keine offensichtliche Möglichkeit zur Interaktion.“

Fragende Blicke: „Aber die Kunden können doch alles kommentieren, was wir posten?“ Stimmt schon. Aber das kann man ihnen schwerer oder leichter machen.

Um das zu verstehen, müssen wir uns kurz mit Rhetorik beschäftigen, Stichwort Fragen. Den meisten ist die rhetorische Frage ein Begriff, bei der die Antwort vorausgesetzt wird. Diese Art von Fragen kennst du wahrscheinlich aus Verkaufsgesprächen: Der Mensch vor deiner Tür, der fragt: „Wollen Sie etwa kein schnelles Internet?“ signalisiert durch die Formulierung, dass jeder rational denkende Mensch auf dieser Welt natürlich schnelles Internet will und es absolut unvorstellbar ist, dass du nein sagst.
Aber ist das nicht Manipulation?

Ja, das ist es. Und keine Angst, du sollst nicht deine komplette Kommunikation auf aggressivste Kauf-mich-Taktiken umstellen. Es sollte nur ein Beispiel dafür sein, dass du durch die Art und Weise, wie du Inhalte formulierst, deinen Followern bestimmte Antwortmöglichkeiten nahelegen kannst: Die Frage oben würde als offene Frage – „Ist schnelles Internet wichtig für Sie?“ – ganz anders klingen.

Was bedeutet das für deine Kommunikation?

Ganz einfach: Mach bei allem, was du teilst, klar, dass du gerne Reaktionen hättest. Ok, für alle, die jetzt die Augen rollen: Ja, somewhat obvious, trotzdem machen es viele nicht. In meiner Timeline tauchen zumindest häufig Firmen auf, die kommentarlos ihren neuen Blogartikel verlinken. Eine simple Frage zum Thema des Artikels, den du teilst, gibt deinen Lesern einen offensichtlichen Grund, dir zu antworten.

Aber fast noch wichtiger ist die Auswahl des Contents: Menschen interagieren mit Personen, nicht mit Firmen. Wenn du möchtest, dass Menschen deine Firma in den Sozialen Medien sympathisch finden, dann musst du es schaffen, die Firma liebenswert zu machen. Und das schaffst du mit Human Interest besser als mit Business-Themen. Natürlich kannst du deine tollen Quartalszahlen posten, aber ein Video davon, wir du versuchst, die Taube aus dem Büro zu kriegen, wird mehr Response generieren – wetten?

Also frag’ dich bei jedem Post, was Menschen dazu sagen wollen könnten, oder ob du die Interaktion noch leichter für sie machen kannst. Und falls dir das zu verkopft ist: Was würde dir selbst zu deinen Beiträgen einfallen, wenn sie von jemand kämen, den du nicht kennst?

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